Raymond RousselLocus Solus
Die Andere Bibliothek»Niemand war so dicht den Geheimnissen auf der Spur, die das menschliche Leben lenken«, schrieb Michel Leiris. André Breton nannte ihn den »größten Magnetiseur der modernen Zeit«, und für Jean Cocteau war er »ein Genie von vollkommener Reinheit«. Zu den Bewunderern Raymond Russels gehörten auch Francis Picabia und Marcel Duchamp, Philippe Soupault und Louis Aragon, Robert Desnos, Paul Éluard, André Gide und Marcel Proust, Max Ernst, Salvador Dalí - und Michel Foucault sowie Jim Jarmusch: »I love Roussel«.
»Bei mir ist die Phantasie alles«, bekannte Raymond Roussel, er lebte es, er schrieb es - und in Locus Solus formt er seine puren Imaginationen zu einem visionären Sprach-schauspiel. Der 1914 erstmals veröffentlichte Roman erscheint hier in der von Stefan Zweifel durchgesehenen Übersetzung von Cajetan Freund, mit einem Vorwort, Erläuterungen und einem Dossier: unbekannte Kapitel, Auszüge und Zeugnisse von Autoren.
Über das Buch

Locus Solus heißt das weite Anwesen von Montmorency, in dessen verschwenderisch ausgedehnten Park das Künstlergenie Martial Canterel einige Vertraute einlädt. Während eines langen Spaziergangs, weltwundergleich auf sieben Stationen, führt er den Freunden wie in einem Zaubergarten seine phantastischen Erfindungen vor.
Locus Solus heißt der 1914 erstmals erschienene Roman von Raymond Roussel - in dem das Werk eines exzentrischen Autors seinen Höhepunkt erreicht. Locus Solus, ein Wortuniversum, in dem sich der Surrealismus in Literatur und Kunst ankündigt und der Sprache ein neuer Raum eröffnet wird, hat seit seiner Veröffentlichung vor bald einem Jahrhundert nichts von seiner legendären Magie verloren.
Das Buch erscheint am 18. Mai 2012
Über den Autor

Raymond Roussel wurde 1877 in Paris in eine reiche Familie geboren, besuchte das Konservatorium für Musik - und entschied sich, auf der Suche nach »Weltruhm«, für die Dichtung. Er veröffentliche 19-jährig das erste Werk, La Doublure; 1909 erschienen die Impressions d'Afrique; die von Skandalen begleiteten Theaterbear-beitungen seiner Werke machten ihn in Paris berühmt. 1933 nahm er sich während eines Aufenthalts in Palermo das Leben. In der französischen Nationalbibliothek in Paris sind ver-schiedene Fassungen von Locus Solus und über 400 unveröffentlichte Seiten aufbewahrt. Das Werk von Raymond Roussel erfährt zunehmend, auch in Ausstellungen (momentan in Madrid), eine Wiederentdeckung.